Wie ist das eigentlich mit der Unterkunft für Flüchtlinge? Eine Aufarbeitung des Prozesses

Nachdem die Bauarbeiten an der Wohnanlage für Geflüchtete und Altenwohnen im Niederfeld in Harheim kürzlich begonnen haben, gab die SPD-Fraktion den bisher auf der Tagesordnung seit einem Jahr zurückgestellten Antrag zur „Einrichtung eines Runden Tisches zur Integration der Flüchtlinge Harheim“
in der Ortsbeiratssitzung zur Abstimmung.
Erfreulicherweise stimmten alle anwesenden Fraktionen diesem Antrag zu,so dass nun die SPD, Bündnis90/Die Grünen als auch die CDU hinter diesem Antrag stehen.
Die Situation, in der wir – als Bürgerinnen und Bürger Harheims – uns nun in Bezug auf diese Wohnanlage befinden, ist das Ergebnis einiger Gegebenheiten auf Bundes-, Landes- als auch auf städtischer Ebene, die mit dem Zustrom der Flüchtlinge nach Deutschland und letztlich auch nach Frankfurt begannen. Dadurch ist in der Folge der Bedarf entstanden, diesen Geflüchteten eine angemessene Unterkunft zu bieten.
Angemessen bedeutet unserer Ansicht nach aber nicht zwingend, dass diese Unterkunft die Form annimmt, wie sie in Harheim nun entstehen soll. Ursprünglich war angedacht, die Geflüchteten für 5 Jahre in Unterkünften im Harheimer Niederfeld unterzubringen, die (wie auch bspw. aus Bonames oder Nieder Erlenbach bekannt) in Holzmodulbauweise realisiert werden sollten.
Dieses ursprüngliche Vorhaben (Holzmodulbauweise) wurde von den Anwohnern in der Nachbarschaft nicht freudig aufgenommen. Dem folgten einige Anträge der örtlichen CDU Fraktion im Ortsbeirat, mit der offensichtlichen Absicht, dieses Vorhaben im Keim zu ersticken. Schlussendlich wurde von einer Gruppe Anwohner die Idee entwickelt,eine Massivbauweise zu wünschen, deren Optik sich in das vorherrschende Straßenbild einfügt.
Daraufhin wurde – von diesen Anwohnern eigenständig – ein Bauträger gesucht, der die geplanten Unterkünfte in Massivbauweise realisiert. Die Hoffnung dabei war aber ganz offensichtlich, dass das Sozialdezernat unter dieser Voraussetzung, im Speziellen beim Blick auf die Kosten eines solchen Vorhabens, von der Idee, eine Flüchtlingsunterkunft an diesem Standort zu errichten, Abstand nimmt.
Das Ergebnis dieser „schicksalhaften Idee“ war am Ende aber, dass das Sozialdezernat diesem Wunsch und dieser Bauweise entsprochen hat, jedoch mit der Vorgabe, dass in diesem Fall, Bewohnerinnen und Bewohner nun nicht mehr 5 sondern 20 Jahre, mit einer Verlängerungsoption von 2 x 5 also maximal sogar 30 Jahre im Niederfeld einziehen werden. Diesen Wünschen und den nachfolgenden Entscheidungen haben es die Geflüchteten nun zu verdanken, in Zukunft in massiven Reihenhäusern zu wohnen. Es führt aber auch dazu, dass das Grundstück, was ursprünglich ausschließlich für Mehrgenerationenwohnen oder Seniorenwohnen vorgesehen war, erst mal belegt ist.
Diese Fakten wurden ohne Mitwirkung der SPD Fraktion geschaffen und sind heute jedoch Stand der Dinge. Aus diesem Grund müssen wir ALLE aus Sicht der SPD Fraktion nun versuchen, das Beste aus dieser Situation zu machen. 
Nicht zu vergessen ist aber auch, dass es weiterhin vorgesehen ist, dass in einen Bauriegel Senioren auch in diese Anlage einziehen können. Dazu liegen bereits einige (Vor-)Anmeldungen vor.
Zumindest werden die Wohnungen alle barrierefrei erstellt was ein Seniorenwohnen zukünftig begünstigt.
„Die Aufgabe des Ortsbeirates muss es nun sein, den Bauprozess zu begleiten und im zweiten Schritt die Integration der Geflüchteten, mit den Bedürfnissen der Harheimer Bürger,erfolgreich zu organisieren. Hier orientieren wir uns an der hervorragenden Arbeit des„Runden Tisches“ in Nieder-Erlenbach, sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende im Ortsbeirat Wolfgang Menges.
Die Hetze der AfD und zwielichtiger Internet-Foren zu diesem dort nicht richtig dargestellten Sachverhalt, hält die SPD Fraktion für kontraproduktiv. Zumindest die Geflüchteten können genau so wenig dazu, wie die Neubürger in Harheim, dass es Engpässe bei Wohnraum, in Kindergärten, Hort und Schulen gibt. Den ca. 80 – 100 Flüchtlingen (ca. 20 – 40 Familien) allein kann dieses Problem in einem 5000 Personen Stadtteil (mit 1200 – 2000 Familien) also ca. 2 % objektiv nicht angelastet werden.
Darüber hinaus ist zu erwähnen, dass es zwar beeindruckend ist, wenn man als örtliche CDU seine Eigenständigkeit gegenüber der Stadtregierung versucht hervorzuheben, aber es bleibt festzuhalten, dass in den Zeiten des Flüchtlingszustroms nach Deutschland zumindest kein SPD Kanzler_in, kein SPD Ministerpräsident_in sowie keine SPD Stadtregierung im Amt war.
Dies sollten sich die Kollegen einmal überlegen und hinterfragen, ob diese Aktionen und das Stellen, mitunter aussichtsloser Anträge, hilfreich dabei ist, die jetzige Situation im Sinne aller Bürgerinnen und Bürger gemeinsam und friedlich zu bewältigen.
Vor diesem Hintergrund werben wir – die SPD Fraktion im Ortsbeirat – dafür, nicht zu einer Spaltung der Gesellschaft beizutragen und hoffen inständig, dass diese Haltung auch von allen anderen Fraktionen so gesehen und wenn noch nicht geschehen, so adaptiert wird.
Wenn wir zusammenstehen, egal welcher Partei oder Überzeugung wir sind, können wir viel mehr erreichen, als wenn wir uns nur mit dem Wegräumen der Scherben beschäftigen, die erzeugt wurden. Packen wir ́s an, es lohnt sich für uns und für unseren Stadtteil!
Die SPD-Fraktion im Ortsbeirat und die SPD-Stadtverordnete

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